Die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland

Die Deutsche Bahn macht günstiges Reisen möglich und beförderte 2020 im Fernverkehr etwa 81 Millionen Passagiere und im Nahverkehr sogar rund 1,2 Milliarden. Kaum ein Ort ist heutzutage nicht an das Bahnnetz angeschlossen und fast jeder Deutsche nimmt die Dienste der Bahn zumindest gelegentlich in Anspruch. Grund genug einmal einen Blick auf die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland zu werfen und zu schauen, wie alles begann.

1835 fuhr die erste richtige Lokomotive

Die Geschichte der Eisenbahn in Deutschland begann 1835, als die erste Dampflokomotive, die den Namen „Adler“ trug, mit einer Spitzengeschwindigkeit von 30 km/h von Nürnberg nach Fürth tuckerte. Für damalige Verhältnisse war das schnell, zuvor waren nur Pferdekarren im Schienenverkehr eingesetzt worden. In den Folgejahren wurden weitere Strecken von Lokomotiven befahren – es handelte sich zunächst allesamt um Privatbahnen. Später kamen Staatsbahnen hinzu, die untereinander und mit den Privatbahnen konkurrierten. Erst im Jahre 1920 wurden die verschiedenen Gesellschaften unter dem Dach der Deutschen Reichsbahn vereint. Inzwischen waren zahlreiche neue Strecken entstanden, darunter auch viele Fernstrecken, und die Technik hatte sich enorm verbessert, sodass die Züge mit wesentlich höherem Tempo unterwegs waren.

Reichsbahn und Bundesbahn

Der Start der Reichsbahn, bei der es sich damals mit rund einer Million Beschäftigten um den größte Arbeitgeber Deutschlands handelte, war sehr beschwerlich. Aufgrund der Niederlage Deutschlands im Ersten Weltkrieg musste sie beträchtliche Reparationszahlungen an die Siegermächte abführen, die erst 1932 entfielen. Vom Regen ging es für die Bahn anschließend jedoch in die Traufe, denn die Nationalsozialisten missbrauchte sie für ihre Belange und zahlreiche Bahnstrecken wurden während des Zweiten Weltkriegs zerstört oder massiv beschädigt. Am 7. September 1949 entstand die Deutsche Bundesbahn, doch bis zu besseren Zeiten sollte es noch dauern, denn der Wiederaufbau eines funktionierenden Streckennetzes erwies sich als langwieriger Prozess. Zudem musste die Bahn im Personenverkehr mit den immer beliebter werdenden Autos konkurrieren und im Warenverkehr setzten ihr Speditionen zu.

Deutsche Bahn AG

In Folge der Wiedervereinigung 1990 verband sich die inzwischen hoch verschuldete Deutsche Bundesbahn mit der Deutschen Reichsbahn der DDR, der es wirtschaftlich ebenfalls nicht viel besser ging. Um die wirtschaftliche Talfahrt zu stoppen entstand 1994 die Deutsche Bahn AG, eine unternehmerisch geführte Aktiengesellschaft. Damit einherging die sogenannte Bahn-Reform mit vielen umfangreichen Modernisierungs- und Rationalisierungsmaßnahmen. Es entstanden prestigeträchtige Superbahnhöfe in Berlin und Leipzig, während immer schnellere und modernere Züge eingeweiht wurden. Seit 2017 ist der von Siemens Mobility hergestellte ICE 4 im Einsatz, der auf eine Spitzengeschwindigkeit von 265 km/h kommt und durchaus als Technikwunder bezeichnet werden kann.

Die Bahn heute und morgen

Heutzutage ist die Bahn das größte Reiseverkehrsunternehmen Europas und beschäftigt rund 20000 Mitarbeiter. Das Tochterunternehmen DB Cargo gilt im Güterverkehr als marktführend in Deutschland und Europa. Für die Zukunft plant die Bahn das Fernverkehrsnetz weiter auszubauen, um bis zu 2030 rund 50 Millionen Reisende zusätzlich jährlich zu gewinnen. Was beschwerlich begann, ist mittlerweile zu einer Erfolgsgeschichte geworden, die noch lange nicht zu Ende ist. Auch in Zukunft wird die Bahn eine wesentliche Rolle spielen und zahllose Menschen jeden Tag zur Arbeit, in den Urlaub oder zu Freunden und Familienangehörigen bringen.