Deutsche Bahn

Die Deutsche Bahn ist ein staatlicher Eisenbahnkonzern mit Sitz in Berlin. Die Bahn ist hauptsächlich als Betreiber des Eisenbahnverkehrs in Deutschland bekannt, unter dem Konzerndach agieren jedoch um die 600 miteinander verbundene Unternehmen. Im Jahr 2020 erwirtschaftete die Bahn rund 40 Milliarden Euro, davon etwa die Hälfte im Schienenverkehr und die andere Hälfte im Transport- und Logistikgeschäft.

Kennzahlen

Die Kerngeschäfte der Bahn, die weltweit rund 336000 Mitarbeiter beschäftigt, sind der Personenverkehr sowie der Schienengüterverkehr. Im Jahr 2020 waren etwa 2,9 Milliarden Menschen in den Zügen und Bussen der Bahn-Unternehmen unterwegs. Die Zahlen wären noch wesentlich beeindruckender, wenn sie nicht durch die weltweite Corona-Pandemie massiv gedrückt worden wären. Im Schienengüterverkehr transportierte das Unternehmen 2020 rund 213 Millionen Tonnen Güter. Jeden Tag finden in Deutschland etwa 40000 Zugfahrten statt, darunter der Großteil von DB-eigenen Zügen und nur ein kleiner Teil von Privatbahnen. Von den rund 5400 Bahnhöfen in Deutschland ist der Leipziger Hauptbahnhof mit einer Fläche von 83640 Quadratmetern der größte. Er ist zudem der größte Europas. Hinsichtlich des Fahrgastaufkommens liegen jedoch einige andere Bahnhöfe, wie Hamburg, München und Berlin, vor dem in Leipzig. Das Schienennetz in Deutschland hat eine Länge von etwa 38400 Kilometern, wovon die zur Deutschen Bahn gehörende DB Netz AG ca. 33400 Kilometer betreibt.

Geschichte

In ihrer heutigen Form als Aktiengesellschaft entstand die Deutsche Bahn 1994, nachdem sie sich in Folge der Wiedervereinigung mit der Deutschen Reichsbahn der ehemaligen DDR zusammengeschlossen hatte. Beide Unternehmen gingen hochverschuldet in die Fusion, was den Staat veranlasste, den Weg für die Bahnreform zu ebnen, die weitreichende Modernisierungsmaßnahmen mit sich brachte. Ein Hauptgrund für die schlechte wirtschaftliche Verfassung der Bahn zur damaligen Zeit war das immer stärker werdende KFZ-Aufkommen in Deutschland. Zuvor hatte man Jahrzehnte damit verbracht, das während des Zweiten Weltkriegs arg in Mitleidenschaft gezogene Streckennetz wieder auszubessern. Nach der Umwandlung der Bahn zur Aktiengesellschaft erholte sich das Unternehmen. Prestigeträchtige Großbahnhöfe wie in Berlin und Leipzig entstanden ebenso wie neue Strecken, zum Beispiel die Schnellfahrstrecke Hannover-Berlin oder die Schnellfahrstrecke Nürnberg-Ingolstadt. Im Jahr 2020 setzte die Corona-Pandemie dem Unternehmen arg zu.

Tickets und Angebote

Ob im Nahverkehr, im Fernverkehr oder bei Bahnfahrten innerhalb Europas: Die Deutsche Bahn hält für ihre Kunden eine Vielzahl von Angeboten und Vergünstigungen bereit. Großer Beliebtheit erfreut sich die Rabattkarte der Bahn, die sogenannte BahnCard, die es in drei verschiedenen Ausführungen gibt: BahnCard 25, BahnCard 50 und BahnCard 100. Besitzer der Karte erhalten Ermäßigungen bei den Ticketpreisen und profitieren von weiteren Vorteilen. Im Jahr 2020 gab es rund 5 Millionen BahnCard-Besitzer in Deutschland. Neben der BahnCard gibt es Sparpreise, auch speziell für Familien und Gruppen, sowie mehrere Angebote für Pendler und Vielfahrer. Günstige Reisen ins Ausland ermöglicht die Bahn mit ihrem Sparpreis Europa und in Verkehrsverbünden können Reisende mit nur einem Ticket mehrere Verkehrsunternehmen nutzen. In Kooperation mit ihrem ehemaligen Tochterunternehmen Ameropa bietet die Bahn auch Städtereisen in Deutschland und Europa an. Die Bahn-Tochter DB Klassenfahrten und Gruppenreisen ist auf Pauschalreisen für Schulklassen, Studiengänge und Gruppen spezialisiert.

Züge

Flaggschiff der Züge ist der Hochgeschwindigkeitszug ICE (Intercity-Express), der mittlerweile in der vierten Version (ICE 4) in Deutschland unterwegs ist. Darüber hinaus gibt es die etwas langsameren Intercity-Züge (IC) und Euro-City-Züge (EC), die ebenfalls im Fernverkehr fahren. Im Nahverkehr kommen u.a. die Regional-Express-Züge (RE) zum Einsatz und im Stadtverkehr S-Bahnen.